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Gendrift

    Gendrift ist ein Phänomen, das sich auf die Veränderungen der Genfrequenzen bezieht, die im Laufe der Zeit innerhalb einer Population auftreten können. Diese Veränderungen können auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, darunter natürliche Selektion, genetische Drift und Migration. Gendrift kann erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und die Fitness einer Population haben, aber auch auf ihre Fähigkeit, sich an neue Umgebungen oder um auf Veränderungen in der bestehenden Umgebung zu reagieren.

    Der Begriff „Gendrift“ wurde erstmals 1931 von Sewall Wright verwendet. Er definierte ihn als „die Veränderung der Genfrequenzen, die auftritt, wenn ein kleiner Teil einer großen Population vom Rest getrennt wird und bildet eine neue, isolierte Population“. Den Prozess der Gendrift kann man sich als eine Art Lotterie vorstellen, bei der die Gene „gewinnen“, die zufällig in der kleinen isolierten Gruppe vertreten sind. Im Laufe der Zeit, wenn sich diese Gruppe weiter fortpflanzt und vergrößert, wird die Häufigkeit dieser Gewinnorgane in der Gesamtpopulation zunehmen.

    Gendrift Gründereffekt

    Der Gendrift-Gründereffekt ist ein Prozess, bei dem eine neue Population oder Kolonie aus einer kleinen Gruppe von Gründern hervorgeht. Dieser Prozess kann zu drastischen Veränderungen in der genetischen Zusammensetzung der neuen Population führen, da sich die Gründer genetisch vom Rest der Population unterscheiden können. Der Gründereffekt kann auch zu einem Verlust der genetischen Vielfalt führen, da die neue Population hat möglicherweise nicht die gleiche Vielfalt an Allelen wie die größere Population.

    Gendrift Flaschenhalseffekt

    Der Gendrift-Flaschenhalseffekt ist ein Prozess, der dazu führen kann, dass sich im Laufe der Zeit schädliche Mutationen in einer Population ansammeln. Er tritt auf, wenn eine Population eine starke Verkleinerung durchläuft, gefolgt von einer Phase des schnellen Wachstums. Dies kann aus verschiedenen Gründen geschehen, z. B. aufgrund von Umweltveränderungen, Naturkatastrophen oder menschlichen Aktivitäten. Der Flaschenhalseffekt kann verheerende Folgen für eine Population haben, denn er führt zu einer Anhäufung von schädlichen Mutationen, die die Fitness verringern und Krankheiten verursachen können. In einigen Fällen kann der Effekt sogar zum Aussterben einer Population führen.

    Der Gendrift-Bottleneck-Effekt ist nach dem deutschen Biologen Ernst Mayr benannt. Mayr beschrieb den Effekt erstmals in einer 1953 veröffentlichten Arbeit. In seinem Aufsatz schlug Mayr vor, dass der Flaschenhalseffekt erklären könnte, warum manche Populationen sind anfälliger für Krankheiten als andere.

    Es wird vermutet, dass der Flaschenhalseffekt bei einer Reihe menschlicher Krankheiten eine Rolle spielt, darunter Krebs, Herzkrankheit und Diabetes. Es wird auch mit der Entwicklung einiger genetischer Störungen in Verbindung gebracht, wie z. B. Sichelzellenanämie und Mukoviszidose.